Nov
17
2013

Neusorg. (hkö) Mit einem Kirchenzug, Gottesdienst und einer Gedenkfeier am Kriegerdenkmal beging die Gemeinde würdig den Volkstrauertag. Pfarrer Hans Riedl zelebrierte den Gottesdienst, der vom Männergesangverein Neusorg musikalisch umrahmt wurde.
 
Im Anschluss zogen zahlreiche Vereine und Verbände mit Fahnenabordnungen, Gemeinderäte unten ihnen auch stellvertretender Landrat und Altbürgermeister Günther König,  zu den Klängen der Blaskapelle Neusorg zum neu gestalteten Kriegerdenkmal um den Vermissten und Gefallenen zu gedenken.
 
Pfarrer Hans Riedl verlas einen Tagebuch- Auszug von den deutschen Soldaten Heinz Bender, der von einer dänischen Familie eine Einladung erhielt. Ich wurde fürstlich bewirtet, fand aber keine Erklärung, warum ich in das fremde Haus eingeladen wurde, schrieb Heinz Bender nieder. Nach dem üppigen Essen erzählten mir die Gastgeber von ihrem einzigen Sohn, der von deutschen Soldaten erschossen wurde. Die Mutter sagte mir, dass heute sein Todestag wäre. Mich traf diese Nachricht wie ein „Keulenschlag“, schrieb der Soldat weiter. Er merke, trotz aller Grausamkeit eine innere Fröhlichkeit und schaue zuversichtlich in die Zukunft. Seine Heimat sollte der Soldat Heinz Bender nicht mehr sehen.
 
Überall in Deutschland versammeln sich heute Menschen, um den gefallenen und vermissten Soldaten zu gedenken, stellte Bürgermeister Peter König heraus. Wir gedenken auch an das Leiden vieler Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Inzwischen, so das Gemeindeoberhaupt weiter, gibt es immer weniger Augenzeugen, die das Unheil von damals, authentisch wiedergeben können. Gerade deswegen müssen wir die Erinnerung wach halten. Der Volkstrauertag hat mit einem Blick auf die Vergangenheit zu tun. Mitgefühl ist gefragt, stellte Bürgermeister Peter König fest. Mitgefühl entsteht, wenn wir uns das Leid der Menschen vor Augen halten, die während der Kampfhandlungen ihr Leben lassen mussten. Weit über 10 Millionen Menschen fanden im ersten Weltkrieg den Tod und 55 Millionen Tote, waren die traurige Bilanz des zweiten Weltkrieges. Bürgermeister Peter König zitierte einen Satz von Heinrich Heine: „Unter jeden Grabstein liegt eine Weltgeschichte. Unter jeden Grabstein eine ganze Welt“. Das stimmt für die Menschen, die das Glück haben, nach einem erfüllten Leben, alt, vom Leben müde, würdevoll zu sterben. Heute jedoch gedenken wir jener, die ihr junges Leben geben mussten und ihr Leben nicht gelebt haben, brachte der Bürgermeister zum Ausdruck. Seit 1950 ist der Volkstrauertag in Deutschland ein staatlicher Gedenktag, an dem wir an die Kriegstoten und der Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen erinnern. Und wir mahnen dabei zur Versöhnung über den Gräbern, zur Verständigung und zum Frieden. Wir sollten auch an die 5.400 Soldaten der Bundeswehr denken, die weltweit im Einsatz stehen und für den Weltfrieden kämpfen, lenkte Bürgermeister Peter König ein. Leider haben auch seit dem Jahre 1992, 102 Soldaten ihr Leben, für den Frieden, bezahlt. Auch diese Soldaten wollen wir in unser Gebet mit einschließen.  Anschließend legte Bürgermeister Peter König im Namen der Gemeinde einen Kranz am neu gestalteten Ehrenmal nieder.
 
Norbert Schwarz, der Vorsitzende der Soldaten- und Reservistenkameradschaft, dankte gefallenen und vermissten Soldaten für ihren Einsatz in beiden Weltkriegen. Mit dem Fahnengruß und dem Lied vom guten Kameraden und legte der Vorsitzende einen Kranz am Ehrenmal nieder.
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Ehrenbezeugungen am Kriegerdenkmal

Auch im Ortsteil Schwarzenreuth und Riglasreuth gedachten die Bürger den Opfern aller Kriegsschauplätze. Der Vorsitzende des Kapellenvereins von Schwarzenreuth, Hans Enders stellte heraus, dass der Volkstrauertag ein Tag der Trauer und Mahnung sei. Die Millionen von Opfern, beider Weltkriege und die neuen Opfer von Gewalt und Verbrechen nach 1945, müssen uns immer wieder dazu anspornen, dass wir uns für eine friedliche und gerechte Welt einsetzen, hob Hans Enders hervor.  Als im Jahre 1989 der „kalte Krieg“ zwischen Ost und West zu Ende ging, dachte man, nun sei endlich Friede auf unserer Welt. Doch die Menschheit musste sich schnell mit anderen Konflikten, dem Terrorismus auseinander setzen. Auch bei diesen Konflikten, setzen unsere Soldaten ihr Leben aufs Spiel, brachte der Vorsitzende zum Ausdruck. Unser Gedenken gilt heute den Opfern von Krieg und Gewalt. Wir gedenken auch besonders, den Gefallenen und Vermissten aus Schwarzenreuth, deren Namen auf den beiden Ehrenmälern verewigt sind. Auch hier legte anschließend Bürgermeister Peter König an den Ehrenmälern im Namen der Gemeinde Neusorg einen Kranz nieder.

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